Artikel MM Zeitung: Rechtsextremismus

Rechtsextremismus im Visier des Staatsschutzes – Auch das Unterallgäu hat mit braunem Gedankengut zu kämpfen
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich spricht von einer neuen Dimension rechtsextremer Gewalt. Zehn türkische und griechische Kleinunternehmer sollen seit 1998 Mordopfer einer Terrorzelle geworden sein, die von Thüringen aus operiert hat. Rechtes Gedankengut findet auch im Unterallgäu Anhänger, wie der Verfassungsschutz beobachtet.
Neonazi mit Glatze

Die Kreisstadt Mindelheim war am vergangenen Volkstrauertag Treffpunkt von rund 80 rechtsgerichteten Personen. Eine entsprechende Information der MZ bestätigte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West in Kempten.

Die Teilnehmer waren maximal 30 Jahre alt und zum großen Teil polizeibekannt, sagte der Sprecher gestern. Per Autokorso ging es weiter zu einem Kriegerdenkmal im östlichen Landkreis Unterallgäu. Den genauen Ort mochte die Polizei nicht nennen.

Im Raum Memmingen ist die Skinhead-Kameradschaft „Voice of Anger“ (Stimme des Zorns) aktiv. 2002 ist die Gruppierung erstmals in Erscheinung getreten. Sie ist nach wie vor eine der größten noch aktiven Skinheadgruppierungen in Bayern. Mitglieder von „Voice of Anger-Nomads“ gründeten 2010 die Skinhead-Band „Codex Frei“.

Die etwa 30 Aktivisten gehören mehreren Sektionen an. Die Mitglieder aus dem Bereich Memmingen und Krumbach nutzen derzeit ein Clubhaus in Tannheim, Landkreis Biberach.

In Mindelheim ist die sogenannte „Allgäu-Schwäbische Kameradschaft“ ASK angesiedelt. Rund zehn Mitglieder bekennen sich zu dieser Gruppierung, die nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes in regelmäßigen Abständen Stammtische in der Region abhält. Die Kameradschaft trat bis vor zwei Jahren einmal jährlich in Bad Wörishofen bei einer Kranzniederlegung am Volkstrauertag an die Öffentlichkeit.

Aus dieser Gruppe gründet sich die Rockband „Faustrecht“, die im Vorjahr ein neues Album aufgelegt hat. Skinhead-Konzerte fanden am 30. April 2010 in Boos bei Memmingen und am 4. Dezember 2010 in Weitnau (Oberallgäu) statt. Wiederholt sind die Behörden laut Landrat Hans-Joachim Weirather gegen rechte Großveranstaltungen eingeschritten. Bei Boos sei eine Niederlassung einer rechten Gruppierung geplant gewesen.

„Dies konnte mit rechtsstaatlichen Mitteln verhindert werden“, betont Weirather. Landratsamt, Gemeinde und Polizei hätten hier sehr eng zusammengearbeitet.

Der NPD-Kreisverband Memmingen/Unterallgäu tritt laut Staatsschutz nach außen kaum an die Öffentlichkeit. Eine Ausnahme war die Infoveranstaltung am 27. August 2011 im kleinen Saal der Stadthalle in Memmingen. An der Veranstaltung nahmen etwa 120 Personen teil, darunter etwa 50 Personen des rechtsextremistischen sowie rund 20 des linksextremistischen Spektrums.

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