Mahnwache Gedichte 09.05.11

Blauer Planet

Weit draußen, am Rande der Milchstraße,
schwebt ein wunderschöner blauer Planet,
fliegt ständig seine gleiche Trasse,
hat ein System vervollkommnet.

Ein System von höchster Präzision,
mit allen Feinheiten und Facetten ,
vereint in einer Koalition,
trotzdem frei und nicht an Ketten.

Um sich selbst dreht er sich einmal täglich,
und jährlich kreist er um die Sonne,
Wasser und Bewuchs macht Leben möglich,
dieser Planet ist eine Wonne.

Ein blühend Paradies mit Namen Erde,
das allerfeinste Pflege stets verdient,
und nicht eine einzige Beschwerde,
die in diesem Garten sich geziemt.

Wer diesen Globus sein Zuhause nennt,
dem sollt´ es niemals widerstreben,
wenn er auch Geheimnisse nicht kennt,
zu sagen: „Ich bin stolz auf IHM zu leben.“

Grenzen der Teilnahmslosigkeit

Seh ich ein paar weggeworfene Dosen,
entsorge ich sie so gut ich kann.
Doch konfrontiert mit Tonnen von Müll,
zuck ich mit den Schultern und denk
„das Problem ist zu groß“.

Finde ich eine kleine Menge Kehricht,
kehr ich’s sorgfältig auf.
Doch ist der ganze Horizont voller Abfall
fall ich ab „Kann nicht jemand anderes die Schweinerei wegräumen?“

Treff ich ein paar hungrige Bettler,
geb ich ihnen gern was zu Essen.
Doch wenn ich die Hungersnot betrachte,
erstarre ich und hab Angst zu denken.

Obwohl viele Probleme der Welt
unüberwindbar scheinen,
zeigen gerade die Grenze unserer Teilnahmslosigkeit,
wie es wirklich um unser
Gewissen bestellt ist.
Entsorgen

Dieses harmlose Wort
begleitet unseren Alltag,
Wir entsorgen den Hausmüll
auf der Müllhalde,
den Humus in der Bio-Tonne
das Auto auf dem Schrottplatz
und die Alten im Altersheim.
Eines Tages werden auch wir
ENTSORGT

Das jüngste Gericht

Was wäre,
wenn die Vereinten Nationen
eine e-mail
folgenden Inhalts erhielten?
Wegen gnadenloser Ausbeutung
und systematischen Mißbrauchs
wird euch das Aufhaltungsrecht
auf dem Planeten,
den ihr Erde nennt,
mit sofortiger Wirkung entzogen.
gez. das jüngste Gericht

Reaktorunfall

In den Frühnachrichten
war von einer unbedeutenden
Störung die Rede.
In der aktuellen Sendung am Mittag
wurde ein ernstzunehmender
Zwischenfall eingestanden.
In den Spätnachrichten
löste die Meldung,
dass sich die Lage zugespitzt hat
Hilflosigkeit und Entsetzen aus,
vielleicht werden wir schon morgen
E v a k u i e r t !
Alles im Griff

Giftmüll,
abgeschoben in die 3. Welt.
Atommüll,
mit Überwachungsgarantie
im Stahlcontainer untergebracht.
Hausmüll
auf der Deponie entsorgt.
Warum diese Unruhe?
Wir haben alles im Griff,
auf dem sinkenden Schiff.

Längere Laufzeit

Wir Menschen
haben doch auch
eine längere Laufzeit
als unsere Vorfahren,
meinte ein Befürworter
der Atomenergie,
als es darum ging
einen alten Reaktor
vom Netz zu nehmen.

Vom Netz

In Deutschland ging das älteste
Atomkraftwerk vom Netz.
Der Reaktor wird entkernt,
So lautet der offizielle Hinweis
eines hochbrisanten Vorgangs,
der neben 500 Millionen Unkosten
1200 Tonnen zwischengelagertese
radioaktives Material hinterlässt.
In zwanzig Jahren soll Gras
über den Meiler wachsen,
sofern die Natur bereit ist
dieses Angebot anzunehmen.

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