Banken – Fragenkatalog

Bankenrettung (jeweils auf die Bank bezogen)
Commerzbank: Ihr Institut musste den Rettungsschirm in Anspruch nehmen. Zu 25 Prozent gehört die Commerzbank heute dem Bund. In welcher Form berücksichtigen Sie diese öffentliche Miteigentümerschaft in Ihrer Geschäftsstrategie? Was unternehmen Sie, um künftig nicht erneut auf einen Rettungsschirm angewiesen zu sein?
Deutsche Bank: Ihr Institut hat zwar nicht direkt Rettungsgelder in Anspruch nehmen müssen. Dennoch konnten Sie indirekt vom Bail-out unter anderem der HRE und der IKB in Deutschland und des Versicherungsunternehmens AIG in den USA profitieren. Die Krise der IKB wird auch mit Geschäften mit der Deutschen Bank in Verbindung gebracht. Was unternehmen Sie, damit künftig weder die Deutsche Bank selbst noch Banken, die Ihre Geschäftspartner sind, Rettungspakete benötigen?
Postbank: Die Postbank musste in der Bankenkrise eine Milliarde Euro abschreiben, mehr als 330 Millionen allein wegen der plötzlich wertlosen Lehman-Brother-Papiere in der Bilanz. Die Bank verhandelte mit dem Soffin über Rettungsmaßnahmen und hat den Stresstest für Banken 2010 nur knapp bestanden. Haben Sie Ihre Geschäftsmodelle aufgrund der Erfahrungen in der Krise verändert, um künftig geringere Risiken einzugehen? Wenn ja, wie?
Sparkassen: Die Sparkassen waren in der Krise nicht selbst auf Rettungsgelder angewiesen und haben das Vertrauen zahlreicher neuer Kunden gewonnen. Haben Sie Ihre Geschäftsmodelle aufgrund der Erfahrungen in der Krise verändert, um auch künftig diese Stabilität sichern zu können? Gleichzeitig werden viele Institute durch die Krise etlicher Landesbanken schwer belastet. Was tut der Sparkassen-Verband, damit die Landesbanken künftig keine Milliardengräber mehr darstellen bzw. nicht erneut derartige Risiken eingehen, die am Ende von der Allgemeinheit getragen werden müssen?
Volksbanken, GLS-Bank, Triodos Bank, Umweltbank, Ethik-Bank und Ing-Diba:
Ihr Institut war in der Finanzkrise nicht selbst auf Rettungsgelder angewiesen und hat das Vertrauen zahlreicher neuer Kunden gewonnen. Haben Sie Ihre Geschäftsmodelle aufgrund der Erfahrungen in der Krise verändert, um auch künftig diese Stabilität sichern zu können? Was hat sich für Ihr Haus verändert?

Steueroasen
Kaum reguliert finden Finanzgeschäfte in den sogenannten Offshore-Zentren statt. Neben dem Risiko weiterer Krisen gehen dem Fiskus durch Steuerflucht über eben diese Finanzplätze hohe zweistellige Milliardensummen verloren.
Unterhält Ihr Institut eine Niederlassung, Töchter oder Zweckgesellschaften in einer der Steueroasen? Hat sich Ihre entsprechende Geschäftspraxis in den letzten Jahren verändert?

Transparenz
Die Argumente für das Geschäfts- und Bankgeheimnis sind uns bekannt. Dennoch stehen gerade diese immer wieder der Aufklärung von Steuerflucht und Krisenursachen im Wege. Dem Wunsch nach Diskretion stehen immense gesellschaftliche Verluste gegenüber. Was unternimmt Ihr Haus, um KundInnen und BürgerInnen zu informieren? Welche Bereiche können oder wollen Sie nicht öffentlich machen?

Agrarrohstoffe
2008 stiegen innerhalb kurzer Zeit die Nahrungsmittelpreise um ein Vielfaches.
Hungerrevolten in über 30 Ländern beherrschten über Wochen die täglichen Nachrichten. 2011steigen die Lebensmittelpreise erneut drastisch. Neben einer russischen Brandkatastrophe und einer australischen Flut treiben Agrosprit und die Spekulation mit Nahrungsmitteln die Preise zusätzlich nach oben.
Bietet Ihr Institut Termingeschäfte mit Agrarrohstoffen an? Offerieren Sie Indexfonds mit pflanzlichen Rohstoffen? Haben Sie diese Praxis nach den Erfahrungen 2008 verändert?

Fragwürdige Investitionen
Investieren Sie in die Atomindustrie? Finanzieren Sie Rüstungsgeschäfte? Welche ethischen Kriterien haben Sie für Ihre Investitions- und Kreditpraxis definiert?

Lokale Unternehmen
Unterstützt Ihr Haus gezielt lokale Unternehmen? Was tun Sie zur
Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe?

Demokratische Kontrolle
Können Bürgerinnen und Bürger mitbestimmen, wie Ihre Bank arbeitet? Wenn ja – auf welche Weise?

Lobbyismus
2008 kündigten Regierungen umfangreiche Bankenregulierungen an – doch davon ist wenig verwirklicht worden. Die Beratungs- und Lobbyarbeit der Banken spielt bei der Ausgestaltung der Finanzmarkt-Regulierung eine große Rolle.
Welche Lobbyaktivitäten betreibt oder unterstützt Ihr Institut? Welche Rolle spielt für Sie dabei der Bankenverband? Hat die Krise in ihrer praktischen Lobbyarbeit etwas verändert!chen Lobbyarbeit etwas verändert!Lobbyarbeit etwas verändert!

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