Worte zur Mahnwache 28.03.11

Mein Name ist Wolfgang Weiss, ich bin Partner des Bündnisses für ein regeneratives Memmingen und gegen Atomkraft, das sich nach der Katastrophe von Japan im Raum Memmingen gebildet hat.

Wir danken Euch für Euer kommen um an der heutigen Mahnwache, teilzunehmen zu mahnen, unsere Trauer, und Betroffenheit  Ausdruck, zu verleihen, was eine
menschenverachtende Energieform,  jetzt zuletzt in Japan mit ihrem Restrisiko
anrichtet und noch anrichten wird.

Es macht einen fassungslos und ich kann die richtigen Worte dazu nicht finden.
Heute angesichts der Katastrophen in Japan in Fukushima. Ein Land das derartig unter den Folgen der Atomenergie gelitten hat und heute noch leidet, dass dieses Land dennoch auf diese Energieform gesetzt hat und wieder vor einer radioaktiven Katastrophe ungeahnter Größe steht macht einen Betroffen vor diesen
schrecklichen Ereignissen.

Schauen wir mal in diese Richtung über das Rathaus hinaus, bei etwas Höhe und guter Sicht können wir ein Mahnmal sehen, die weisen Säulen der AKWs Gund-
remmingen. Ich möchte an das Restrisiko erinnern das uns hier betrifft, an die
Kinderkrebsstudie erinnern, die besagt je näher ein Kind an einem AKW wohnt umso wahrscheinlicher ist dieses Restrisiko, dass Kinder an Krebs erkranken.

Aber Ich will heute an eine Geschichte aus Japan erinnern, es ist die Geschichte von dem Mädchen Sadoka und dem Klub der Kraniche. Vor etwa 66 Jahren am 6.
August 1945 schlug in Hiroshima die Bombe ein und verwüstete in Sekundenschnelle eine Stadt und ihr Umland.

Ein Mädchen von zwei Jahren überlebte scheinbar unverletzt dieses Drama. Sadoka wuchs heran und wurde eine starke junge Sportlerin. 10 Jahre später schlug die
Radioaktivität unerbittlich zu, der sie ausgesetzt war. Sie erkrankte an Leukämie und kam ins Krankenhaus.

Chizuko eine Freundin besucht sie, sie hatte Papier dabei und begann einen Kranich zu falten. Dazu erzählte sie Sadoka eine alte Legende.

Sie besagt, dass der Kranich 1000 Jahre alt wird und dass ein kranker Mensch
wieder gesund werden kann, wenn er 1000 Kraniche faltet.

Von dieser Stunde an begann Sadoka Kraniche zu falten, Sie faltete und faltete oft unter unsäglichen Leid und Schmerzen. Faltete weit mehr als tausend, sie gab nicht auf  bis sie der Tod am 25 Oktober 1955 im Alter von 12 Jahren erlöste.

Und da beginnt eine Fortführung der Geschichte. Klassenkameraden und Schüler von mehr als 3000 Schulen, sammelten Spenden für ein Mahnmal das an die schrecklichen Folgen und das Leid von Sadoka und tausender weiterer Kinder
erinnern sollte.

Damit wurde der Brauch und die Legende der Papierkraniche neu belebt und es
entstand der Klub der Kraniche.

In Hiroshima gilt der Glaube dass jeder Kranke geheilt werden kann, wenn er
tausend Kraniche faltet. Die Vögel nehmen symbolisch die Krankheit auf und ziehen damit in die Ferne.

Dazu gibt es ein Gedicht das so Überliefert ist:

Ein Kind in Hiroshima hat davon gehört,
baut Kranich um Kranich, wird von keinem gestört,
Es faltet mit Eifer sechshundert Stück,
nach jenem Glauben bringen 1000 das Glück.
Sechshundert Vögel ziehen dahin
Leiten die Hoffnung von diesem Kind,
sechshundert Vögel ziehen umher,
Kinder der Erde senden immer mehr,
Fliege Kranich flieg,
das uns dein Anblick mahnet,
Fliege weit
das uns Frieden bleibt

Drei Jahre später konnte das Kinder-Friedens-Mahnmal in Hiroshima im Friedenspark mit den Aktionen der Papierkraniche und Spenden errichtet werden.

Auf dem Granitsockel des Kinder-Friedens-Mahnmales ist folgendes eingraviert:

Dies ist unser Ruf
Dies ist unser Gebet
Schafft Frieden in dieser Welt

Ich füge hinzu und rufe es in diese Welt hinaus: Hört endlich auf mit der Nutzung der Atomkraft, dies ist nichts anderes als die Fortführung des Atomkrieges unter
Vortäuschung friedlicher Mittel.

Ich rufe es hinaus und ruft mit:     Abschalten, abschalten, abschalten, Jetzt!                     Lasst wieder Kraniche fliegen!

Ich bitte Euch nun einen Kreis zu bilden und der Opfer in Japan in stiller Trauer zu Gedenken die uns alle Mahnen.

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